{"id":626,"date":"2020-09-01T20:11:09","date_gmt":"2020-09-01T18:11:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/?p=626"},"modified":"2020-11-10T21:41:41","modified_gmt":"2020-11-10T20:41:41","slug":"dupuytrensche-erkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/dupuytrensche-erkrankung\/","title":{"rendered":"Dupuytren\u2019sche Erkrankung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_row_inner][vc_column_inner]<div class=\"standard-arrow list-divider bullet-top\"><ul>\n<li><strong>Definition<\/strong>: Gutartige Bindegewebsumbildung und -wucherung der Hohlhand- und Fingerfaszie, welche meist phasenartig verl\u00e4uft und am h\u00e4ufigsten M\u00e4nner ab 50 betrifft. Es handelt sich nicht um eine Erkrankung der Beugesehnen. Man kann in einem fr\u00fchen Stadium nicht mit Sicherheit sagen, bei welchem Patienten sich eine Kontraktur mit Streckdefizit der Fingergelenke ausbilden wird bzw. die Dupuytren\u2019sche Erkrankung zur Dupuytren\u2019schen Kontraktur wird. Der Index der biologischen Aktivit\u00e4t sch\u00e4tzt dieses Risiko. Auch wenn es sich um eine Gewebewucherung handelt, ist es kein Krebs, w\u00e4chst nicht invasiv in andere Gewebe ein und bildet keine Metastasen.<\/li>\n<li><strong>\u00dcberblick<\/strong>: Die Hohlhandfaszie ist ein derber bindegewebiger \u00dcberzug, welcher tief in der Handfl\u00e4che unter dem Unterhautfettgewebe gelegen die darunter liegenden druckempfindlichen Strukturen wie Blutgef\u00e4sse und Nerven sch\u00fctzt. Sie besteht aus Bindegewebszellen. Bei der Dupuytren\u2019schen Kontraktur ver\u00e4ndern (Metaplasie) sich diese Bindegewebszellen, k\u00f6nnen sich zusammenziehen oder kontrahieren und bilden neu ver\u00e4nderte Bindegewebsfasern. Dadurch werden sonst harmonisch gegliederte Bindegewebsfasern der Hohlhandfaszie zu verk\u00fcrzten Str\u00e4ngen und Kn\u00f6tchen.<\/li>\n<li><strong>Symptome<\/strong>: Die Erkrankung ist meist schmerzfrei und \u00e4ussert sich durch die Kn\u00f6tchen- und Strangbildung der Hohlhandfaszie, welche unter Verk\u00fcrzung zum Streckdefizit der Fingergelenke f\u00fchren kann. Wird dieses nicht zeitnah behandelt k\u00f6nnen sekund\u00e4r die Gelenkkapseln der Fingergelenke kontrakt werden und der Streckapparat der Finger leiden. Am h\u00e4ufigsten sind Ringfinger und Kleinfinger betroffen.<\/li>\n<li><strong>Diagnose<\/strong>: Die Anamnese und klinische Untersuchung sind typisch (pathognomisch). Weiterf\u00fchrende Untersuchung sind nur in sehr seltenen F\u00e4llen indiziert.<\/li>\n<li><strong>Differentialdiagnosen:<\/strong>\u00a0Andere seltene gewebsneubildende Erkrankungen.<\/li>\n<li><strong>Therapie<\/strong>: Die Krankheit ist, \u00e4hnlich wie die Zuckerkrankheit, nicht heilbar, sondern nur behandelbar. Sie ist an sich nicht therapiebed\u00fcrftig, jedoch das Streckdefizit der Fingergelenke schon. Der \u00e4rztliche Rat ist angezeigt, sobald die Hand nicht mehr plan auf die Tischfl\u00e4che (tabletop Test) gelegt werden kann, oder die Hand nicht mehr in die Hosentasche (Pocket Test) gesteckt werden kann. Der Zeitpunkt der Therapie ist bei dieser Erkrankung wichtig, da nicht zu fr\u00fch therapiert werden sollte, um unn\u00f6tig viele therapeutische Intervention zu verhindern. Anderseits darf man auch nicht zu lange warten, da die Therapie eines ausgepr\u00e4gten Streckdefizits schlechtere Ergebnisse hat. Der goldene Mittelweg aus beiden Extremen zur Wiedererlangung der Fingerstreckung mit m\u00f6glichst begrenzter Anzahl der Interventionen im Laufe des Lebens ist das Ziel. Je nach Auspr\u00e4gung, Progression und Risiko eines aggressiven Verlaufes (Index der biologischen Aktivit\u00e4t) bedarf es keiner Therapie (Kn\u00f6tchen- &amp; Strangbildung ohne Streckdefizit), einer miniinvasiven Therapie oder der offenen Chirurgie. Es gibt zwei therapeutische Herangehensweisen: Der verk\u00fcrzte Teil der Hohlhandfaszie wird durchtrennt(-tomie) oder entfernt (-ektomie). Die Durchtrennung hat ein geringeres Komplikationsrisiko aber ein etwas h\u00f6heres Rezidivrisiko wird minimalinvasiv durchgef\u00fchrt und eignet sich daher bei einem langsam vorschreitenden Krankheitsverlauf, wenigen betroffenen Fingern und d\u00fcnnen Str\u00e4ngen. Die chirurgische Entfernung der krankhaften Str\u00e4nge und Kn\u00f6tchen hat ein geringeres Rezidivrisiko und eine etwas h\u00f6heres Komplikationsrisiko. Sie kann in ausgew\u00e4hlten F\u00e4llen mit einem Hauttransplantat kombiniert werden, um das Rezidivrisiko weiter zu verringern. Die minimalinvasive Durchtrennung der verk\u00fcrzten Str\u00e4nge erfolgt mittels Nadeldurchstechung (perkutane Nadelfasziotomie) in sehr oberfl\u00e4chlicher Lokalan\u00e4sthesie oder durch einen kurzen Hautschnitt. Eine weiter Option ist die Injektion eines Enzymes (Xiapex), welches das krankhafte Bindegewebe der verk\u00fcrzten Str\u00e4nge teilweise aufl\u00f6st. Dem gegen\u00fcber steht die offene Chirurgie. Zickzackf\u00f6rmig wird die Haut \u00fcber den Kn\u00f6tchen und Str\u00e4ngen er\u00f6ffnet und die Nerven und Gef\u00e4sse sorgf\u00e4ltig frei pr\u00e4pariert. Anschliessend wird das ver\u00e4nderte Bindegewebe herausgeschnitten. Je nach Stadium und Progression ist die Erweiterung der Operation durch eine lokale Verschiebelappenplastik oder ein Hauttranspantat, welches vom Kleinfingerballen, dem Unterarm oder der Ellenbeuge entnommen wird, m\u00f6glich. Wird die Haut \u00fcber der Hohlhand nicht vern\u00e4ht, verschliesst sich der Defekt in wenigen Tagen spontan mit einem \u00e4sthetisch und funktionell gutem Ergebnis.<\/li>\n<li><strong>Nachbehandlung:<\/strong> Die offene Chirurgie wird oft im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes durchger\u00fchrt, die minimalinvasiven Techniken ambulant. Die Hand muss strickt hochgelagert werden, da das Nachblutungsrisiko bei dieser Operation etwas h\u00f6her ist. Die Anlage einer n\u00e4chtlichen Streckschiene der Fingergelenke und einer speziellen Schienenbehandlung tags\u00fcber ist von der Auspr\u00e4gung des Streckdefizites und der Beugekontraktur der Fingergelenke abh\u00e4ngig. Die Hand wird bis zur Einheilung eines eventuellen Hautransplantates ruhiggestellt (ca. 14 Tage) oder ansonsten relativ z\u00fcgig wieder mobilisiert. Die ergotherapeutische Nachsorge mit Narbenmassagen, Kompressionshandschuh und Schienenversorgung ist oft indiziert.<\/li>\n<li><strong>Prognose:<\/strong> Die Krankheit ist nicht heilbar und daher wird im Laufe des Lebens dieselbe Stelle manchmal mehrmals oder ein neu betroffener Fingerstrahl zweizeitig behandelt. Ausser bei sehr aggressiven Verl\u00e4ufen wird keine prophylaktische Therapie (Bestrahlung) empfohlen. Die Wiedererlangung der kompletten Fingerstreckung ist von der Auspr\u00e4gung des Streckdefizites, der Beugekontraktur der Fingergelenke und einer eventuellen Erschlaffung der Strecksehne abh\u00e4ngig. Das Risiko der Nerven- oder Gef\u00e4ssl\u00e4sion steigt mit jeder erneuten Intervention im schon vorbehandelten Gebiet. Die Heilung der Haut dauert bei chirurgischen Eingriffen oft etwas l\u00e4nger als bei anderen Eingriffen der Hohlhand.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>[\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_row_inner][vc_column_inner][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","category-1","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=626"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/626\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.manus-fribourg.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}